Sonntag, 4. August 2013


28.7. Est. San Pedro - Paso Fronterizo Ascotan 40 km
Standortkoordinaten: S21.74827, W068.30890 Höhe: 3950 m

Bergauf und immer weiter bergauf führt die Straße zwischen Vulkanen hindurch. Einer scheint noch aktiv zu sein und gibt alle paar Minuten ein Rauchzeichen von sich. Der Schotterhaufen an dem wir gerade vorbeifahren ist übrigens der Vulkan Poruña und laut José der kleinste Vulkan Chiles.

Schieben ist mal wieder angesagt. Die Straße ist steil, nicht asphaltiert, aber mit einem Hartbelag aus einer Art getrocknetem Lehm. Eigentlich gut fahrbar, wenn mir nicht andauernd jemand Patex unter die Reifen schmieren würde. Kurz vor dem Pass sehen wir rechter Hand dutzende große Lavabrocken. Einer davon wird uns heute Nacht etwas Windschutz bieten. Wir warten noch bis es dunkel wird, dann bauen wir das Zelt auf und schlafen sofort ein. 


Kleinster Vulkan Chiles

Strasse zwischen Est. San Pedro - Paso Fronterizo Ascotan

Nachtlager kurz vor Fronterizo Ascotan




27.7. Chiu Chiu - Estacion San Pedro 55 km
Standortkoordinaten: S21.94290, W068.54292 Höhe: 3240m

Als wir morgens aus dem kleinen Hostal treten ist irgendetwas anders. Das darf doch jetzt nicht wahr sein! Irgendjemand will uns hier richtig ans Bein pinkeln. Der Wind weht mit heftigen Böen aus Richtung Nord. 

Nun ja, nach gut zwei Stunden Fahrt und vorangekommenen 20 km hält mit Lichthupe ein großer LKW vor uns an. Der Fahrer sagt kein Ton, hält uns sein Lunchpaket hin und fährt weiter. Wie beim Staffellauf. Estation San Pedro soll ein kleines verlassenes Dorf sein,  nur hat es auch einen Friedhof und einige Dächer von Häusern sehen so gut aus, dass wir unseren eigenen Recherchen nicht mehr glauben. Wir können bei José  im Garten unser Zelt aufstellen. Als er uns dann noch Bad und WC anbietet, können wir das kaum glauben. Frisches Trinkwassser gibt es auch noch und zu guter letzt können wir an seinem Herd kochen. Mal wieder Glück gehabt und schon sind die Strapazen von heute morgen vergessen. 


Piste nach Conchi

Estacion San Pedro

Zeltinnenleben in Est. San Pedro

Hoechste Bruecke Chiles in Conchi 
Bruecke gesperrt, Einsturzgefahr


26.7. Caspana - Chiu Chiu  53 km
Standortkoordinaten: S22.34188, W068.65032

Die Häuser von Caspana liegen an den Hängen einer kleinen Schlucht in deren Mitte ein kleiner Bach fließt. Wunderschön, bloß müssen wir weiter. Der Wind weht kräftig aus Südwest, was uns nichts ausmacht, weil der Großteil der Strecke bergab geht. An der Lagune Inka Coya, einem kleinen See mitten in der Wüste machen wir Rast und denken uns, dass es morgen ein Kinderspiel wird, wenn der Wind auch morgen aus Richtung Südwest in dieser Stärke weht.


Caspana



Kirche von Chiu Chiu
Rio Salado zwischen Caspana und Chiu Chiu





25.7. San Pedro - Geyser el Tatio - Caspana 40 km
Standortkoordinaten: S22.33263,W068.21308 Höhe: 3200 m

Der Wecker klingelt pünktlich um 3.15 Uhr. Abholung mit einem 4WD Landrover zwischen 4.00 Uhr und 4.30 Uhr. Wir warten und  irgendwie tut sich nichts. Um 5 Uhr endlich werden wir abgeholt, zwischenzeitlich haben wir uns schon den Hintern draußen abgefroren. Um 5.15 Uhr sind dann die Räder auf dem Dachgepäckträger festgezurrt und Abfahrt. Um 7 Uhr sind wir bei den Geysiren el Tatio auf 4.300 m angekommen. Die Geysire sind wirklich eine Reise wert. Die Luft ist merklich dünner. Gerne hätten wir hier oben die Nacht verbracht, nur haben wir leider keine Akklimatisation in der Höhe. Gegen 10 Uhr werden wir von unserem Guide zum Ausgangspunkt gebracht, von wo aus wir Richtung Caspana starten. Mittags kommen wird dann auf 4.500 Höhenmeter an.

Da ist jeder kleine Anstieg schon eine Qual. Die Sonne brennt und wir sind ganz allein auf weiter Flur. Nicht ganz, von Weitem sehen wir ein Fahrzeug auf uns zukommen. Es hält an und eine freundliche Frauenstimme fragt uns, ob wir Wasser oder Orangen benötigen. Wir verneinen, da wir gerade mal unser zweites Frühstück gegessen haben. Es ist ein Ehepaar aus der Schweiz, die mit einem Unimok-Fahrzeug 2 Jahre Südamerika unsicher machen. Nach kurzem Plausch und ein paar Tipps, geht die Fahrt weiter. Unsere Fahrt geht nun abwärts auf 3.200 m in das kleine Dörfchen Caspana. Es hat 429 Einwohner, ein kleines Restaurant und einen kleinen Kiosk. Wir haben erfahren, das man bei Cécilia ein Zimmer bekommen kann, also fragen wir uns durch und nachdem wir zweimal das Dorf umrundet hatten, juhu wir haben Cécilia gefunden. Nur leider hat sie kein Zimmer mehr frei, da einige Minenarbeiter dort untergekommen sind. Cécilia schickt uns nicht weg, sondern wir dürfen kostenlos bei ihr hinterm Haus zelten und gegen eine kleine Gebühr die sanitären Einrichtungen benutzen. Brot verkauft sie uns auch noch.


Strasse zu Geyser el Tatio





Schwimmbad bei den Geysiren

Unser 4WD-Jeep mit den Fahrraedern auf dem Dach


Auf dem Weg nach Caspana
Auf 4500 Meter






Caspana





Mittwoch, 24. Juli 2013



24.7. San Pedro

Heute wollten wir zur Akklimatisation den 5600 Meter hohen Cerro Toco besteigen. Bergschuhe und Transport hatten wir gestern schon organisiert. Leider ist auch die Straße zum Ausgangspunkt der Wanderung gesperrt, weshalb wir auch heute in San Pedro bleiben müssen. Dafür organisieren wir uns für Morgen einen Transport zu den 4300 Meter hohen El Tatio Geysiren, die zur Zeit wegen Schnee und Glätte nur mit 4WD Fahrzeugen erreicht werden können. 

Von dort aus wollen wir dann über Caspana, Chiu Chiu und Ollagüe nach Bolivien einreisen. Bis zur Grenze veranschlagen wir sechs Tage. Von der Grenze sind es dann noch etwa drei Tage zum Salar de Uyuni, dem großen Salzsee von Bolivien, den wir dann über die Isla Inkahuasi bis zum Ostufer überqueren. Dann fahren wir entweder nach Uyuni, um Lebensmittel und Wasser aufzutanken oder direkt Richtung Norden, nach La Paz. Die bisher anstrengendste Tour liegt vor uns und wenn unser GPS Signal am selben Ort verharrt, dann könnte es sein, dass wir eingeschneit sind. Allzu kritisch sieht es aber nicht aus, mit etwas Glück kommen wir zumindest alle zwei Tage an Trinkwasser. Hinter der Grenze wird es dann Straßentechnisch etwas dürftig aussehen, es gibt dann nur noch Spuren im Sand.



23.7. San Pedro

Wir hängen immer noch fest. 



22.7. San Pedro de Atacama

Kurzer Spaziergang zur "Grenzstation". Dort an der Tür hängt schon ein Zettel mit der ernüchternden Aufschrift: Paso Jama - closed, Paso Sico - closed, Hito Cajon - closed. Die ersten beiden Pässe gehen nach Argentinien, der Hito Cajon ist der Weg nach Bolivien, auch bekannt als Lagunenroute. Gestern Abend ist in der ganzen Stadt für mehrere Stunden der Strom ausgefallen. War ganz schön dunkel. Heute Morgen geht das Gas zum Kochen nicht mehr. Ach, und weil wir uns in der Wüste befinden und Wasser knapp ist, gibt es das kostbare Nass immer nur zwischen 8:00 und 20:00 Uhr in der ganzen Stadt. Das so nebenbei.