Dienstag, 5. November 2013

28.10. Isla Santa Cruz - Isla Floreana
Standortkoordinaten: S01.27722, W090.48814

Die Insel Floreana ist mit nur 100 Einwohnern bewohnt. Der Transfer zu der Insel dauert 1,5 Stunden. Wir haben Glück und können ein Tourticket ergattern, was uns erlaubt, erst zwei Tage später zurückzufahren. So unternehmen wir bis mittags eine geführte Tour durch die Highlands. Hier erfahren wir viel über die riesigen Schildkröten, die auch hier aufgezogen werden, erkunden die uralten Piratenverstecke und hören das erste mal von der Galapagos Affaire. In den 30er Jahren liessen sich einige Deutsche auf der Insel nieder, von denen einige nach und nach unter recht mysteriösen Umständen ums Leben kamen. Die ganze Geschichte fängt mit dem deutschen Dr. Ritter an, der auf dieser Insel nach den Piraten und Walfängern 1929 der erste wirkliche Siedler war. Er sah sich selber als so eine Art Robinson Crusoe, liess sich alle Zähne ziehen, lebte nackt und war Vegetarier. In die Galapagosaffaire war u.a auch die Familie Wittmer verwickelt, die noch heute in der 3. Generation ein Hotel direkt am schwarzem Strand betreibt. Die ganze spannende Geschichte der deutschen Auswanderer ist unter folgendem Link zusammengefasst: http://de.wikipedia.org/wiki/Galápagos-Affäre

Wir wissen von einer Agentur, dass es hier ein Haus geben soll, dass mit Küche vermietet wird. Das ist super für uns, denn wir haben aus Guayaquil immer noch die Essensvoräte dabei und auf der Insel Floreana wird es wohl mit einem einzigen Krämerladen und drei Restaurants richtig teuer werden. Leider finden wir dieses Haus nicht und suchen uns erstmal eine andere Unterkunft. Am Abend auf dem Weg zum kleinen schwarzen Strand treffen wir Frau Wittmer und erfahren, dass das Haus, das wir suchen auf ihrem Grundstück steht und ihrer Schwester gehöre. Wir können uns es am nächsten Morgen anschauen und ja, es hat eine Küche. 







Das ist mir alles zuviel heute
27.10. Isla Santa Cruz (Galapagos)
Standortkoordinaten: S00.74586, W090.31260

Mit dem kleinen Wassertaxi geht es vom Pier aus in wenigen Minuten auf die andere Seite des Hafens. Wir besuchen die kleine Schlucht von Las Grietas. Die  ganz mutigen Einheimischen springen von der höchsten Klippe abwärts ins kühle Nass. Wir belassen es beim Schwimmen, denn die Klippe ist 15 Meter hoch.

Auf dem Rückweg verweilen wir in einer wunderschöne schneeweißen Sandbucht mit klarem, warmen Meerwasser. Die ersten Seefahrer berichteten von kleinen Vögeln die so zutraulich waren, dass man sie mit der Hand fangen konnte. Und tatsächlich: kaum holen wir unser mitgebrachtes Picknick aus dem Rucksack, sind wir umringt von vielen verschieden Darwin Finken, die dreist versuchen, die Kekskrümel zu stibitzen. Dabei landen sie auch gerne mal auf dem Oberschenkel oder auf unseren Armen.

Der Besuch des Charles Darwin Research Center darf ebenfalls nicht fehlen. Im Darwin Research Center bestaunen wir Riesenschildkröten. Bis zu einen Kilometer pro Stunde kommen sie voran. Das Herz eines solchen Tieres schlägt sehr langsam, nur 16 -18 mal die Minute. Im Center werden die Eier der Schildkröten ausgebrütet. Je nach Temperaturunterschied wird aus einem Ei ein Weibchen oder Männchen und sobald die Schildkröten groß genug sind, werden sie auf ihrer Ursprungsinsel wieder ausgesetzt. Nur Lonesome George, so der Name einer Riesenschildkröte, konnte man leider nicht zu einer Paarung ermutigen, obwohl ihm sogar zwei Weibchen zugeteilt wurden. Da er der letzte seiner Art war, ist diese Schildkrötenrasse leider ausgestorben. Zehntausende Schildkröten sollen einmal die Galapagosinseln bevölkert haben, bis die ersten Seefahrer anlandeten. Zuerst die Piraten, dann die Walfänger haben die Schildkröten und Seelöwen fast ausgerottet. 

Auch Iguane befinden sich im Center. Das sind diese drachenähnlichen Echsen, die man von Fotos kennt. Im Gegensatz zu den Meeresiguanen, sind die Landiguane um einiges größer und eindrucksvoller.

Las Grietas




Schildkröten im Darwin Center


Landiguana

Donnerstag, 31. Oktober 2013

26.10. Isla Santa Cruz (Galapagos) - Fischmarkt  - Tortuga Bay
Standortkoordinaten: S00.74586, W090.31260

Am Morgen gehen wir auf Entdeckungstour. Wir kommen am sogenannten Fischmarkt vorbei. An dem einzigen Verkaufsstand spielt sich alles ab. Hoteliers kaufen hier ihre Langusten in Massen ein, einheimische ergattern für ihre Almuerzos die Fische. Wir verweilen hier ein wenig, denn es ist ein Schauspiel wie sich dort die Tiere benehmen, Bauchmuskelkater inklusive. Braunpelikane, Robben, Blaufusstoelpel, alle wollen die Fischreste zum Frühstück. 

Der weitere Fußmarsch bringt uns zur Tortuga Bay. Hier bewundern wir nicht nur den schneeweißen Sandstrand, sondern auch die Meeresiguane, die hier zu  Dutzenden im Sand die Sonne genießen und sich nur schwerfällig von ihrem Platz bewegen. 




Fischmarkt












Meeresiguane


25.10.  Guayaquil - Galapagos Santa Cruz 

Wir haben uns gestern spontan entschieden, von hier aus zu den Galapagos Inseln zu fliegen, direkt und ohne Zwischenlandung. Der Flug dauert 1 1/2 Stunden. Die Räder und unser Gepäck sind sicher im Büro der Chefin des Hauses Montesa untergebracht. Wir reisen lediglich mit 3 Fahrradtaschen und unserem Rucksack. 

Die Fahrt mit dem Taxi zum Flughafen ist mal wieder ein Traum. Der Taxifahrer, die Reinkarnation von Michael Schumacher, kennt nur Vollgas und Bremse. Es geht natürlich nicht direkt zum Flughafen. Zuerst steuert er eine Tankstelle an und reiht sich in die Schlange der wartenden Autos ein. Haben wir das schon einmal anders erlebt? Er tankt 4 Liter Benzin für 2 US-Dollar. Was für ein Glück, dass der Flughafen nicht weit entfernt ist. Auch auf den Tankstellen in Ecuador steht das Wachpersonal mit Pumpguns. In Guayaquil ist so einiges mit diesen Herren bewacht, an jeder Ecke Polizei auf Fährräder, Motorräder und Autos. 

Auf der Insel Santa Cruz angekommen, geht die Suche nach einer Übernachtungsstätte los. Unser Ziel, ein empfohlenes Hostal mit Küche, Fehlanzeige ausgebucht. Nur blöd, dass wir so einiges an Essen mitgenommen haben. Andere Hotels sind einfach zu teuer. Nach längerer Suche finden wir dann im hinteren, älteren Teil des Flamingo Hotels eine adäquate Unterkunft, nur leider ohne Küche. 

Polizist an der Tankstelle


24.10. Guayaquil

Sightseeing in Guayaquil. Wobei die wenigen touristisch interessanten Sehenswürdigkeiten stark bewacht sind. An der langen Strandpromenade stehen private Wachdienste und die Polizei alle 50 Meter. Auch der Weg zum Leuchturm auf dem kleinen Hügel Santa Ana wird stark bewacht. In der Innenstadt wimmelt es nur so vor Polizei. Uns soll es recht sein. Etwas unwohl ist uns aber schon, schließlich stehen die Jungs ja hier nicht grundlos rum. Na hoffentlich gibt es auch noch ein paar Polizisten in den Außenbezirken. Denn wir müssen ja irgendwann noch mal aus der Innenstadt heraus aufs Land fahren. Und die Vorstädte in Südamerika erstrecken sich über Kilometer und sind eben nicht mit Beverly Hills, Blankenese oder Notting Hill zu vergleichen.

Donnerstag, 24. Oktober 2013

23.10. Naranjal - Guayaquil 97 km
Standortkoordinaten: S02.18789,W079.88596

Südamerikaner haben es eigentlich nie eilig. Zeit hat hier eine ganz andere Bedeutung als in Deutschland. Alles immer schön tranquilo (langsam). Aber wenn ein Südamerikaner in ein Fahrzeug steigt, verwandelt er sich augenblicklich in ein Rennfahrer. Und dabei ist es egal, ob er ein Motorrad, Auto, Bus oder LKW lenkt. Wir leben mal wieder gefährlich. Die anstrengende aber schöne Bergstraße haben wir vor zwei Tagen verlassen und wir befinden uns seitdem auf der E25, einer Art Autobahn. Anfangs noch mit Seitenstreifen, jetzt leider ohne, dafür aber mit zunehmenden Schwerlastverkehr Richtung Guayaquil. 

Überholt wird natürlich immer auf Höhe der zwei Fahrradfahrer und bei entgegenkommenden Verkehr. Und das wird dann auf der zweispurigen Straße schon recht eng wenn sich zwei Fahrzeuge überholen, der Gegenverkehr keine Anstalten macht auszuweichen und wir noch daneben im eigentlich nicht vorhandenen Seitenstreifen dahinschlingern. Dann befinden sich nämlich auf einmal vier Fahrzeuge nebeneinander, und jeder fragt sich: wie geht das eigentlich? 

Auf der E25 befinden wir uns auf der Ruta de Cacao. Hier wird auf etwa 80 km Länge bester Cacao angebaut. Eine Tafel ecuadorianische Schokolade durften wir schon probieren. Der Weg führt uns weiter zu unserem heutigen Ziel Guayaquil. Wir sehen mittags aus wie die großen Ferkel, denn das Wetter spielt einfach nicht mit. Nieselregen ist heute angesagt. Alles ist voller Matsch. Auf den letzten 20 km zeigt sich die Sonne. Bevor wir in Guayaquil ankommen, müssen wir noch irgendwie unsere Räder waschen, sonst dürfen die bestimmt nicht mit aufs Zimmer. Der Besitzer der Autowäsche dachte wir veräppeln ihn, als wir ihn fragten, was es kosten würde, die Räder zu waschen. Das Eis war schnell gebrochen, smalltalk und für 1 Dollar pro Fahrrad kamen wir ins Geschäft.

In Guayaquil finden wir uns dann auf einer zehnspurigen Autobahnbrücke wieder, die uns ins Zentrum der größten Stadt Ecuadors führt. Wir schauen uns einige Unterkünfte an und entscheiden uns für das preisgünstige Hostal Montesa und die gewaschenen Fahrräder dürfen wieder mit aufs Zimmer.

Kakaobaum
Zufahrtstraße nach Guayaquil 

22.10. Santa Rosa - Naranjal 108 km
Standortkoordinaten: S02.67559, W079.61546

Frühstück gibt es ab 8.00 Uhr. Um 7.55 Uhr sitzen wir im Frühstücksraum. Wir hatten bisher auf unserer Reise selten Unterkünfte mit Frühstück, aber eigentlich sollten wir es wissen: 8.00 Uhr heißt in Südamerika 8.30 Uhr. Um 8.05 Uhr kommt die Köchin verschlafen in die Küche, gähnt drei mal und geht dann wieder heraus. Denn der Kühlschrank ist sinnigerweise nicht in der Küche sondern im Essraum. Im Schneckentempo schlürft sie auf ihn zu, öffnet das Vorhänge-schloss, dann die Tür und entnimmt den Käse. Dann schließt sie den Kühlschrank wieder ab und schlürft zurück zur Küche. Bei dem Tempo könnte man ihr die Schuhe besohlen. Kurz vor der Küche dreht sie um und schlürft zurück zum Kühlschrank, schließt ihn wieder auf, öffnet die Tür und entnimmt noch die Margarine. Der zweite Versuch die Küche zu erreichen ist auch nicht von Erfolg gekrönt, denn sie dreht noch einmal um, sie hatte vergessen das Vorhängeschloss abzuschließen. Endlich in der Küche angekommen setzt sie Wasser auf und kocht zusätzlich Milch. 

Jetzt kommt auch eine Gehilfin in die Küche, die aber sogleich zum Bäcker Brötchen holen geschickt wird. Die Gehilfin kommt zurück mit frischen Brötchen, aber wie soll es anders sein: Eier vergessen. Also noch mal los. Die Köchin schaut derweilen dem Wasser beim Kochen zu. Einige Minuten später ist die Gehilfin mit Eiern zurück. Nun gesellt sich noch eine dritte Person in die Küche. Nun heißt es drei gegen zwei, denn wir sind die einzigen Gäste und wir fragen uns so langsam was man denn nun zu dritt so lange für zwei Frühstücke benötigt. 8.30 Uhr: Ah es kommt. Zwei Tassen heiße Milch, vier Brötchen, vier Scheiben Käse, zwei Rühreier, zwei Gläser Saft, die Margarine und Instantkaffepulver. Und dafür nur dreissig Minuten? Rekordverdächtig! 

Ecuador ist ja unter anderem für seinen exquisiten Hochlandkaffee berühmt, aber bisher haben wir immer nur Nescafe Instantpulver bekommen. Naja, in Kuba soll man ja auch weder vernünftige Zigarren noch ordentlichen Rum bekommen. 

Wir fragen nach Besteck, zumindest ein Messer für die Margarine. Gott, können diese Touristen denn nie Ruhe geben? 

Der heutige Tag wird lang. Die eher langweilige Straße fasziniert mich doch, denn rechts und links erstrecken sich riesige Bananenplantagen, so weit das Auge reicht. Auch die Firma del Monte hat hier kleinere Unternehmen. Hier wird sogar noch alles von Hand erledigt. Die Firma Excelban, die auch deutsche Supermärkte beliefert, hat an einigen Standorten Pflücker, Wäscher, Portionierer und Verpacker beschäftigt. Während der Arbeit wird schön laut Salsa Musik gehört. Da macht die Arbeit Spaß. Da hätte ich auch gerne einen Tag mitgearbeitet. Wir hätten bestimmt viel Spaß gehabt.