Samstag, 21. Dezember 2013

16.12. kurz vor Hobo - Neiva 46 km
Standortkoordinaten: N02.92899, W075.28812 Höhe: 435 m

Das war mal wieder eine sehr ruhige Nacht. Es wird immer wärmer, von Tag zu Tag und hier ist noch Winter. Wir folgen dem River Rio Magdalena Kilometer für Kilometer. Für uns geht es immer noch stetig bergab. Früh erreichen wir Neiva, eine Großstadt. Wir könnten eigentlich weiterfahren, aber wir wissen noch nicht, wie wir genau zur Tatacoawüste kommen und da wollen wir morgen hin. Wifi muss her. Die Stadt bietet alles, was das Herz begehrt, Supermärkte, Cafés, tolle Bäckereien. Also bleiben wir.



Typische Truckerunterkunft an einer Tankstelle

Dienstag, 17. Dezember 2013

15.12. Altamira - 5 km vor Hobo 87 km
Standortkoordinaten: N02.55864, W075.47080 Höhe 672 m

Es war eine schöne ruhige Nacht. Der Morgen beginnt für uns auf dem Rad um 6.45 Uhr. Es ist Gott sei Dank noch nicht so heiß. Man kann es uns auch nicht recht machen, nun beschweren wir uns schon, dass die letzten Tage extrem von Sonne geprägt waren. 

Die ersten Kilometer rollen wunderbar und es zur Zeit noch plano. Wir durchqueren immergrüne wunderschöne Landschaften. Kleine Dörfer lassen wir hinter uns. Nun gehen die Steigungen los. So steil, dass wir auch mal schieben müssen. Um 11.30 Uhr erreichen wir Gigante. Zu früh um hier zu bleiben. Das Dorf wimmelt nur so von Militär. Auf dem kleinen Marktplatz entdecke ich schon 4 von diesen Herren mit Maschinengewehren und in voller Kampfmontur. Hier möchte ich auf gar keinen Fall bleiben. In einem Restaurant kehren wir ein und essen zu Mittag, damit wir die letzten 31 km nach Hobo auch noch schaffen. Es ist ziemlich heiß mittlerweile und unsere Getränke gehen schnell aus. 

5 km vor Hobo  entdecken wir ein schönes Restaurant und daneben gibt es 14 Zimmer. Wir überlegen: weiter in das Dorf Hobo, oder hier in der Ruhe bleiben? Zu Abend können wir hier essen und zum Frühstück hätten wir noch Müsli und Milchpulver in den Satteltaschen. 

Die Leute im Restaurant sind so freundlich, dass wir entscheiden hier zu nächtigen. Leider lässt sich unsere Zimmertür, die im Erdgeschoss direkt nach außen führt, nicht abschliessen. Aber was soll's, wir sind ja in Kolumbien. Der heutige Tag bescherte uns dann schlussendlich doch noch 1236 m Höhenmeter.




Unsere Truckerunterkunft
Simon, bist du das? 
Ausblick aus unserem Zimmer
14.12. San Agustín - Altamira 80 km
Standortkoordinaten: N02.06787,W075.78826 Höhe: 1038 m

Eigentlich wollen wir nur bis Pitalito wieder zurückfahren, aber da es viel bergab geht, die Sonne scheint und bei mir fast alles wieder in Ordnung ist, fahren wir heute doch noch etwas länger. Die Gegend hier um den Rio Magdalena ist wunderschön. Man muss sich wirklich wundern, wie viel Höhenmeter man trotzdem auf kurzen Bergab- und Bergaufstrecken hochstrampelt. Nach 80 km ist bei mir die Luft raus. Diesmal entscheiden wir uns nicht für die Tankstellenunterkunft, sondern weichen auf das Hotel El Portal de Altamira aus. Altamira? Es ist leider nicht meine Lieblingstapasbar in Bahrenfeld, sehr schade. Trotz der vielen Abfahrten sind wir doch noch 1010 Höhenmeter bergauf geradelt. 

Kaffeepflanzen werden an der Straße verkauft


13.12. San Agustín
Standortkoordinaten N01.88245, W076.27213

Hätte ich das man gestern nicht laut gedacht. Nun müssen wir wegen mir einen Zwangsruhetag einlegen. Dank des sehr lieben Hotelbesitzers bekomme ich am Abend einen speziell von ihm selbstgebrauten Kräutertee, damit es mir schnell wieder besser geht. Simon tüftelt den lieben langen Tag an unserer Ausrüstung herum und versucht noch etwas an Gewicht zu reduzieren. Naja, bei mir hat es heute ja schon geklappt. 
12.12. San Agustín
Standortkoordinaten N01.88245, W076.27213

Der Weg führt uns heute zu Fuß zum archäologischen Park von San Agustín. Der Park ist einzig auf der Welt mit seinen fünfhundert in Stein gehauenen Statuen. Die meisten dieser Statuen gehörten zu den Grabbeigaben der ehemaligen Volksstämme, die diese Gegend besiedelten und nehmen Bezug auf Begräbnisriten, der spirituellen Macht der Toten und der übersinnlichen Welt.

Immer wieder denken wir uns, warum ist Simon nicht hier krank geworden? Denn hier im kleinen freundlichen Hotel lässt es sich aushalten. 

San Agustín
rosa Zwergbanane






11.12. Pitalito - San Agustín 28 km Höhe: 1642 m
Standortkoordinaten: N01.88245, W076.27213

Der Tag empfängt uns mit Sonne und Nebelschwaden. Heute sind es bis zum Ziel San Agustín nur 28 km. Mit Glück bleibt es heute trocken. 

Auf dieser Strecke ist der Urwald extrem abgeholzt und der Weg wurde unter anderem für den kolumbianischen Hochlandkaffee freigemacht. An jedem kleinen Dorf, an dem wir auf den nächsten Kilometern vorbeikommen, stehen unzählige Kaffeepflanzen auf dem Grundstück. Nescafé hat hier auch die Hände mit der Arabica Bohne im Spiel. 

Die letzten 5 Kilometer müssen wir uns nochmal kräftig  in die Höhe radeln, bevor wir in dem kleinen Dorf ankommen. Der erste Weg führt uns in eine Bäckerei, denn ich bin völlig unterzuckert. Dann geht das Suchspiel mit einer Unterkunft los. Die Casa de Ciclista ist zur Zeit geschlossen. Wir entdecken in einer Querstraße ein von außen gutaussehendes Hotel namens Raices. Die Zimmer sind klein und schnuckelig und in einem Innenhof gelegen. Wir können endlich mal wieder kochen, denn wir dürfen die Küche mitbenutzen, herrlich. Weitestgehend bleibt es auch trocken, so dass wir den Tag draußen im Sonnenstuhl verbringen. 



Kolumbianische Kaffeebohnen
Rio Magdalena, aber wir sind noch nicht oben
Pitaya/Drachenfrucht


Donnerstag, 12. Dezember 2013

10.12. San Juan de Villalobos - Pitalito 63 km
Standortkoordinaten: N01.84764, W076.08637, Höhe: 1315 m

Gestern Abend dachten wir noch, das wird die schlimmste Nacht unserer Reise und wir werden kein Auge zu machen, denn der Aufenthaltsraum mit Sitzecke und Fernseher grenzt genau an unser Zimmer und nur durch eine Bretterwand getrennt. Aber im Gegenteil: alles schön ruhig und super geschlafen. Wir verzichten auf unser Frühstück und nehmen es später ein. 

Der Morgen beginnt trocken. Wir beten und hoffen, dass es heute so bleibt, denn wir müssen erstmal 32 km bergauf radeln. Der Regenguss beginnt pünktlich um 9 Uhr. Wir retten uns gerade noch unter das Vordach eines Verkaufsstandes. Nur hat dieser geschlossen. Nicht schlimm, denn Tisch und Stühle sind vorhanden. Es dauert nicht lange, dann kommt die nette Señora des Standes und hat Kaffee mitgebracht. Herrlich, den brauchen wir jetzt auch. Wir plaudern und quatschen, denn der Regen kommt jetzt sintflutartig vom Himmel. So schaffen wir es nie bis zu unserem eigentlichen Ziel San Agustin. Also plaudern wir weiter über Weihnachten und Sylvester in Kolumbien. Nach über einer Stunde Pause können wir endlich weiter. Die kurze Pause des Regens dauert aber nicht lange an. Pitschnass  erreichen wir gegen Mittag den Pass auf 2280 m. 

Auch hier wieder Militärposten und das nicht zu knapp. Die Jungs vom Militär halten uns im kurzen Schnack auf. Sie geben uns noch einen Tipp für ein leckeres Mittagessen und zur Verabschiedung erklärt uns der junge Soldat, dass sie das Militär Ejército legal sind und zum Land gehören und das sie nicht die FARC wären. Na da sind wir aber froh denken wir. 

Nun liegt eine wunderbare Abfahrt vor uns. Die 1000 Höhenmeter, die wir uns mühsam erstrampelt haben, gehen wieder bergab. Wir halten allerdings noch bei dem Restauranttipp. Hinter dem Restaurant gibt es eine eigene Forellenzucht. Der Fisch ist wirklich sehr lecker. Kurz vor Pitalito, an der Abzweigung nach San Agustin, wollen wir übernachten. In der ersten Unterkunftsmöglichkeit stelle ich dann fest, dass es viele Garagentore gibt. Auf Nachfrage, ob es ein Hotel oder Motel sei, war die Frage schon beantwortet. Aber kurz dahinter finden wir eine Tankstelle mit Zimmern. Perfekt: Zimmer nach hinten raus, eigenes Bad, sieht alles ziemlich neu aus. Ich liebe die Tankstellen Kolumbiens.



Talfahrt Richtung Pitalito


Schöne blinkende Weihnachtsdeko vor unserer Tür