Samstag, 21. Dezember 2013

18.12. Tatacoawüste - Natagaima 65 km
Standortkoordinaten: N03.62790, W075.09457, Höhe: 300m

Pünktlich um 7 Uhr steht das gesattelte Pferd bereit. Ich habe mich gestern Abend entschlossen, einen einstündigen Reitausflug durch die Tatacoawüste mit José, dem Besitzer der Pferde, zu unternehmen. Es ist jetzt schon sehr warm. Es ist schön, mal nicht selber zu laufen oder Rad zu fahren. Um 8 Uhr zum Frühstück bin ich wieder zurück, das war herrlich. 

Bevor es wieder auf unsere eigenen Sättel geht, müssen wir nochmal in den Swimmingpool springen. Können wir den nicht mitnehmen? Um jetzt wieder auf die Hauptstraße zu gelangen, gibt es zwei Wege: wieder 90 km zurück nach Neiva wo wir hergekommen sind oder irgendwie den Fluss überqueren. Im Vorort der Tatacoawüste gibt es aber die Möglichkeit mit Kanus den Fluss zu überqueren. Der Anleger an dem die Kanus abfahren, ist schon als Fußgänger schwer zu erreichen. Wir schaffen es aber doch irgendwie die Räder in die Kanus zu bekommen. Ich handele noch einen Preis für uns aus und schwups sind wir innerhalb von 10 Minuten auf der anderen Flussseite. Dann einen kleiner Trampelpfad Richtung Aipe, dem Dorf an der Hauptstraße. Doch vorher müssen wir noch über zwei sehr marode Fussgängerbrücken. Zu zweit hiefen wir die Räder langsam über die erste Brücke. Ein junger Mann kommt uns entgegen und ich frage ihn vorsichtshalber, ob das der Weg in Richtung Aipe sei. Ja, das sei der Weg und die zweite Brücke, die noch kommt, ist viel gefährlicher. Na, was uns da wohl erwartet? Die nächste Brücke besteht aus kaum noch vorhandenen Holzbrettern. Der Abstand zwischen den Planken ist auch gut und gern 1,5 Meter. Und das mit Rädern. 

Das erste Stück schaffen Simon und ich nach und nach, dann helfen uns 2 sehr nette Arbeiter, die gerade zufällig auch rüber müssen, so tragen wir zu viert ein Rad über die Brücke. Der Strom des Rio Magdalena ist an dieser Stelle ziemlich stark und es geht etwa 2 Meter in die Tiefe. Reinfallen: nein danke! Auf diesen Schreck genehmigen wir uns im Dorf erstmal einen leckeren frischgepressten Lulosaft. Lulo ist eine von vielen leckeren Früchten hier, die es in Deutschland eher nicht zu kaufen gibt. Sehr erfrischend. 

In jedem Dorf, in dem wir vorbeikommen, trinken wir, was das Zeug hält, denn das Thermometer zeigt schon 40 Grad an. Auch das Lieblingsgetränk der Kolumbianer, Zuckerrohrsaft ist sehr lecker.

Das kleine Dorf Natagaima erreichen wir am Nachmittag. Die Unterkünfte hier sind eher Bretterbuden, Dunkelkammern oder Motels. Aber wie jedes größere Dorf gibt es eine Tankstelle und die hat auch diesmal ein Zimmer für uns. Zwar nicht so schön wie sonst an den Tankstellen aber mit eigenem Bad und das Zimmer ist nach hinten raus.




Transport der Räder
Brücke 1
Brücke 2

Öffentliche Verkehrsmittel zwischen den Dörfern

17.12. Neiva -Tatacoawüste 47 km
Standortkoordinaten: N03.23582, W075.16451, Höhe: 450m

Den Abzweiger zur Tatacoawüste finden wir recht schnell. Es geht asphaltiert quer ins Landesinnere. Hier herrscht kein Verkehr. Die Landschaft wird langsam karger und karger und wie soll es auch in einer Wüste sein, wärmer und wärmer. Um 10 Uhr misst mein Thermometer 35 grad, uff und wir schwitzen was das Zeug hält. Die Landschaft ist hügelig. Wir benötigen doch fast 4 Stunden, bis wir in der Wüste sind. 

Am Observatorium sehen wir Fahrradfahrer, dass können nur Gringos sein. Drei an der Zahl. Weitere drei sind mit dem Moped unterwegs. Wieder sind alle Nationen vertreten. Es ist mittlerweile so heiß, dass wir eine Pause einlegen. Wir werden die Nacht heute nicht im Zelt in der Wüste verbringen, sondern suchen uns eine von den Holzhütten der ganz einfachen Anlage mit dem verheissungsvollen Namen Noche del Saturno. Mit kleinem Swimmingpool - denn die Abkühlung brauchen wir heute. 

Simon hat vor einigen Tagen noch so herumgetüftelt, dass er ohne Vorderradtaschen fahren will. Das Gepäck ist auch gut verstaut und wie der Zufall es will, verkauft Simon seine Vorderradtaschen mitten in der Tatacoawüste an Michael aus Bayern, der mit dem Moped unterwegs ist. Am späten Nachmittag treffen wir ein Ehepaar aus Münster, das mit seinem Unimok Wohnmobil seit 18 Monaten durch Südamerika tourt.

Die Rinder sind echt

Tatacoawüste 



Bayerntruppe
16.12. kurz vor Hobo - Neiva 46 km
Standortkoordinaten: N02.92899, W075.28812 Höhe: 435 m

Das war mal wieder eine sehr ruhige Nacht. Es wird immer wärmer, von Tag zu Tag und hier ist noch Winter. Wir folgen dem River Rio Magdalena Kilometer für Kilometer. Für uns geht es immer noch stetig bergab. Früh erreichen wir Neiva, eine Großstadt. Wir könnten eigentlich weiterfahren, aber wir wissen noch nicht, wie wir genau zur Tatacoawüste kommen und da wollen wir morgen hin. Wifi muss her. Die Stadt bietet alles, was das Herz begehrt, Supermärkte, Cafés, tolle Bäckereien. Also bleiben wir.



Typische Truckerunterkunft an einer Tankstelle

Dienstag, 17. Dezember 2013

15.12. Altamira - 5 km vor Hobo 87 km
Standortkoordinaten: N02.55864, W075.47080 Höhe 672 m

Es war eine schöne ruhige Nacht. Der Morgen beginnt für uns auf dem Rad um 6.45 Uhr. Es ist Gott sei Dank noch nicht so heiß. Man kann es uns auch nicht recht machen, nun beschweren wir uns schon, dass die letzten Tage extrem von Sonne geprägt waren. 

Die ersten Kilometer rollen wunderbar und es zur Zeit noch plano. Wir durchqueren immergrüne wunderschöne Landschaften. Kleine Dörfer lassen wir hinter uns. Nun gehen die Steigungen los. So steil, dass wir auch mal schieben müssen. Um 11.30 Uhr erreichen wir Gigante. Zu früh um hier zu bleiben. Das Dorf wimmelt nur so von Militär. Auf dem kleinen Marktplatz entdecke ich schon 4 von diesen Herren mit Maschinengewehren und in voller Kampfmontur. Hier möchte ich auf gar keinen Fall bleiben. In einem Restaurant kehren wir ein und essen zu Mittag, damit wir die letzten 31 km nach Hobo auch noch schaffen. Es ist ziemlich heiß mittlerweile und unsere Getränke gehen schnell aus. 

5 km vor Hobo  entdecken wir ein schönes Restaurant und daneben gibt es 14 Zimmer. Wir überlegen: weiter in das Dorf Hobo, oder hier in der Ruhe bleiben? Zu Abend können wir hier essen und zum Frühstück hätten wir noch Müsli und Milchpulver in den Satteltaschen. 

Die Leute im Restaurant sind so freundlich, dass wir entscheiden hier zu nächtigen. Leider lässt sich unsere Zimmertür, die im Erdgeschoss direkt nach außen führt, nicht abschliessen. Aber was soll's, wir sind ja in Kolumbien. Der heutige Tag bescherte uns dann schlussendlich doch noch 1236 m Höhenmeter.




Unsere Truckerunterkunft
Simon, bist du das? 
Ausblick aus unserem Zimmer
14.12. San Agustín - Altamira 80 km
Standortkoordinaten: N02.06787,W075.78826 Höhe: 1038 m

Eigentlich wollen wir nur bis Pitalito wieder zurückfahren, aber da es viel bergab geht, die Sonne scheint und bei mir fast alles wieder in Ordnung ist, fahren wir heute doch noch etwas länger. Die Gegend hier um den Rio Magdalena ist wunderschön. Man muss sich wirklich wundern, wie viel Höhenmeter man trotzdem auf kurzen Bergab- und Bergaufstrecken hochstrampelt. Nach 80 km ist bei mir die Luft raus. Diesmal entscheiden wir uns nicht für die Tankstellenunterkunft, sondern weichen auf das Hotel El Portal de Altamira aus. Altamira? Es ist leider nicht meine Lieblingstapasbar in Bahrenfeld, sehr schade. Trotz der vielen Abfahrten sind wir doch noch 1010 Höhenmeter bergauf geradelt. 

Kaffeepflanzen werden an der Straße verkauft


13.12. San Agustín
Standortkoordinaten N01.88245, W076.27213

Hätte ich das man gestern nicht laut gedacht. Nun müssen wir wegen mir einen Zwangsruhetag einlegen. Dank des sehr lieben Hotelbesitzers bekomme ich am Abend einen speziell von ihm selbstgebrauten Kräutertee, damit es mir schnell wieder besser geht. Simon tüftelt den lieben langen Tag an unserer Ausrüstung herum und versucht noch etwas an Gewicht zu reduzieren. Naja, bei mir hat es heute ja schon geklappt. 
12.12. San Agustín
Standortkoordinaten N01.88245, W076.27213

Der Weg führt uns heute zu Fuß zum archäologischen Park von San Agustín. Der Park ist einzig auf der Welt mit seinen fünfhundert in Stein gehauenen Statuen. Die meisten dieser Statuen gehörten zu den Grabbeigaben der ehemaligen Volksstämme, die diese Gegend besiedelten und nehmen Bezug auf Begräbnisriten, der spirituellen Macht der Toten und der übersinnlichen Welt.

Immer wieder denken wir uns, warum ist Simon nicht hier krank geworden? Denn hier im kleinen freundlichen Hotel lässt es sich aushalten. 

San Agustín
rosa Zwergbanane