Sonntag, 16. Februar 2014

12.02. Nationalpark Torres del Paine - Puerto Natales

Der Wecker klingelt um 5.30 Uhr. Mit dem heutigen Tag ist auch die W-Wanderung beendet. Simon macht sich um 6.00 Uhr auf. Schon nach 3 Stunden erreicht er Base de Las Torres. Ohne Rucksack läuft es sich bekanntlich schneller. Er schafft es sogar noch rechtzeitig zurück in unser Camp, so dass wir pünktlich unseren Bus um 14 Uhr zurück nach Puerto Natales erreichen. Bei Dani und Drew bleiben wir noch diese Nacht.

Abschließend können wir über die Torres del Paine Rundwanderung sagen, dass sie uns nicht sonderlich gefallen hat. Total überfüllte Zeltplätze mit katastrophalen sanitären Anlagen und wer schon mal in den Dolomiten war, der kann für sich selber ausmachen wo es schöner ist. Aber Dolomiten in Südtirol hört sich natürlich nicht so toll an wie Torres del Paine in Patagonien.





11.02. Nationalpark Torres del Paine
Campamento Italiano - Camping Las Torres
Standortkoordinaten:  S50.96530,W072.87013

Wir wandern direkt zum Campingplatz Las Torres, der sich unterhalb des letzten W - Zipfels befindet. Die Wanderung will Simon morgen ganz früh angehen. 




10.02. Nationalpark Torres del Paine
Standortkoordinaten: S51.02257, W073.04218
Camping Paine Grande - Campamento Italiano 20 km

Am morgen endlich mal blauer Himmel und gute Sicht. Es zieht sich aber zu und am Aussichtspunkt Britanico im Valle Francés ist dann leider gar nichts mehr zu sehen.

Camping Paine Grande 

09.02. Nationalpark Torres del Paine
Camping Grey - Camping Paine Grande 11 km
Standortkoordinaten: S51.07228, W073.09514

Nach dem gestrigen anstrengenden Tag lassen wir es heute ruhig angehen. Mittags erreichen wir schon den Campingplatz, der gemütlich am See gelegen ist. Wir genehmigen uns mit dieser Aussicht einen halben Ruhetag. 



08.02. Nationalpark Torres del Paine
Campamento Los Perros - Camping Grey 22 km
Standortkoordinaten: S51.00705, W073.17656 

Erstaunlicherweise sind die ersten die die Zelte abbauen, die Südamerikaner. Entweder haben sie dazugelernt oder was wir eher denken: richtig Muffensausen vor dem Pass. Wir gehen gemütlich wie eh und je die ersten Kilometer an. Der Pass John Gardner liegt auf 1200 Metern. Der Weg ist steinig, sandig und zum Teil auch sehr matschig. Weiterhin hält sich das Wetter. Hier kann ich definitiv kein Regen vertragen. Die Schritte zum Pass werden immer kleiner, denn der Wind pfeift ganz schön und mein Rucksack macht mir zu schaffen. Je höher wir kommen, desto heftiger wird der Wind. 

Oben am Pass angekommen, muss ich sogar meine Mütze absetzen, sonst fliegt sie mir von meinen Ohren. Auf der anderen Seite eröffnet sich vor mir der sagenhafte Gletscher Grey. Einen Gletscher aus 1200 m Höhe anzuschauen ist eine Seltenheit. Der Gletscher entspringt aus dem südlichen Inlandeises Chiles (die drittgrößte Süßwasserreserve der Welt) und ist 6 km breit und mit seiner Höhe von 30m riesengroß.

Wir bleiben nur eine kurze Zeit stehen, da uns mittlerweile auf der anderen Seite der Hagel ins Gesicht peitscht und es sich wie Peeling anfühlt. Zu Mittag kochen wir auf dem Campingplatz Passo, entschließen uns aber nach einem warmen Süppchen auf den nächsten Campingplatz zu gehen. Camping Grey platzt auch aus allen Nähten. Zelt an Zelt stehen sie und nun ist es die Kunst einen Platz umringt vom Rest der Welt zu finden. 


Gletscher Grey

07.02. Nationalpark Torres del Paine
Refugio Dickson -  Campamento Los Perros 10 km
Standortkoordinaten: S50.93204, W073.13338

Simons Rucksack nimmt nicht wirklich an Gewicht ab, denn er schleppt das Essen mit sich. Wir können eine ganze Fußballmannschaft ernähren. Lieber so als andersherum. Es ist heute nur ein kurzer Fußmarsch mit 650 Höhenmetern. Nach 4 Stunden erreichen wir schon das Camp. Wir bereiten uns seelisch auf morgen vor, denn der stürmische John Gardner Pass mit einer Höhe von sagenhaften 1200 Metern wartet auf uns.




06.02. Nationalpark Torres del Paine 
Campamento Serón - Refugio Dickson 19 km
Standortkoordinaten: S50.87936, W073.07620

Das Wetter ist weiterhin mit uns. Regen ist nicht in Sicht. So richtig will sich die Sonne allerdings auch nicht blicken lassen. Die ersten gehen die Wanderung früh an. Das ist gut so, denn so bilden sich keine Karawanen auf dem Weg. Man könnte die Wanderer hier in zwei Kategorien unterteilen: Südamerikaner und den Rest der Welt, also Europäer, Amerikaner, Australier, Neuseeländer und Japaner. Der Rest der Welt steht in der Regel gegen 7 Uhr auf und ist spätestens gegen 9 Uhr losmarschiert. Da schaut der Südamerikaner noch müde aus dem Schlafsack und denkt sich, was das denn für ein Lärm mitten in der Nacht ist. Gegen 11 Uhr steht dann der Südamerikaner in den Startlöchern. 

Der Rest der Welt hat so ein einigermassen konstantes Wandertempo mit einigen Pausen dazwischen. Der Südamerikaner dagegen rennt erstmal im Höllentempo los und versucht nun krampfhaft den Rest der Welt einzuholen. Hat vielleicht was mit der Macho-Ehre hier zu tun. Nur leider hat der Rest der Welt teure und leichte Ausrüstung. Zudem kommen aus dem Rest der Welt meist Leute zum Wandern in den Park und dementsprechend sind sie gut konditioniert und vorbereitet. Schliesslich fliegt man nicht mal eben am Wochenende ins tausende Kilometer entfernte Puerto Natales. 

Nach einiger Zeit haben es aber dann doch nun einige Südamerikaner geschafft einige Wanderer aus dem Rest der Welt einzuholen. Ehre gerettet, Welt in Ordnung, Pause. 

Gegen Mittag trudeln dann die ersten, nennen wir sie mal Jogger, Marathonläufer oder Frühaufsteher im Camp ein. Die sind dann die Strecke ohne Pause durchgelaufen. Alle anderen vom Rest der Welt haben den Wandertag genossen und kommen gegen Nachmittag oder frühen Abend im Camp an. Zeltaufbau, waschen, Essen machen und dann langsam fertig machen zum Schlafen gehen.

Ab diesen Zeitpunkt kommen dann so nach und nach die Südamerikaner im Camp an. Zumeist völlig fertig von den Sprints und den langen Pausen. So zwischen 22 und 23 Uhr macht der Rest der Welt die Augen zu, da fangen die Südamerikaner an zu kochen. Und was dann bei einigen Tetrapacks Wein folgt, kann sich ja jeder denken.