Montag, 17. Juni 2013

15.6. Villa Mercedes - San Luis 100 km
Standortkoordinaten: S33.30873,W066.34900

Das spartanische Frühstück eingenommen und schon kann es losgehen. Das Wetter ist perfekt, heute wird es sehr warm werden. Aber bereits nach den ersten Kilometern merken wir, irgendetwas ist anders. Das Treten in die Pedale fällt uns viel schwerer als die Tage zuvor. Natürlich, warum sollten wir denn auch heute wieder Rückenwind haben. Diesmal von Beginn an von vorne und das bei 100 km Strecke für heute. Abkürzen geht nicht, da die Dörfer, die wir zwischendurch erreichen, wirklich in der Pampa liegen. So kommen wir mit sage und schreibe 9 km/h voran, ein Traum. Nach nur 10 Kilometern ist das Frühstück vom Körper verbrannt. Jetzt heißt es nachlegen mit Müsli, Haferflocken und Orangensaft. Ich schaue auf den Tacho: erst 28 Kilometer. Einige Minuten später schau ich wieder drauf: 28,2 Kilometer. Heute werde ich noch häufig auf den Tacho schauen und feststellen, dass wir nur schleichend vorankommen. 

Der Wind bläst uns unnachgiebig ins Gesicht. Simon reiht sich hinter mir ein. Als ob es bei diesem Sturm etwas bringen würde, in meinem Windschatten zu fahren. Meine Rohloff Gangschaltung zeigt den vierten Gang an. Ich kann doch nicht hundert Kilometer im vierten Gang fahren. Ich bin drauf und dran per Anhalter mitzufahren. Nach 51 Kilometern erreichen wir unsere ersten 1000 Kilometer. Kommt mir vor, als wären wir erst gestern losgefahren.

Kilometer 60 - wir sind völlig erschöpft und der Wind lässt nicht ab. Ob wir es heute noch nach San Luis schaffen? Oder müssen wir hier irgendwo am Seitenstreifen zelten? Fehlt ja nur noch eine Reifenpanne. Bei Kilometer 80 kommt endlich eine kleine Raststätte. Der Wirt sieht uns wohl unsere Erschöpfung an und weiss gleich, was wir benötigen: Energie! Die eiskalte Flasche Birnensaftschorle ist schnell geleert. Nach einigen Minuten kommt er mit zwei riesigen Baguettes aus der Küche, belegt mit Steaks, Käse, Tomaten, Salat, Spiegeleiern und was sonst noch so Kraft spendet. 

Jetzt ab schnell. Wir wollen nicht im Dunkeln ankommen. Wir müssen schließlich noch durch die Vororte einer südamerikanischen Landeshauptstadt radeln und nicht durch Blankenese. Zudem sind wir noch mit Ana von Couchsurfing verabredet, bei der wir heute übernachten wollen. 

Noch 15 km bis San Luis. Wir müssen anhalten. Simons Vorderrad verliert Luft. Das kann doch jetzt nicht wahr sein. Simon ist doch damals mit Continentalreifen 12000 km mit nur einer Panne (nach 10000 km) gefahren und wir sollen nun mit den Schwalbereifen schon nach 1000 km schon einen Plattfuß haben? Dazu haben wir doch kurz vor der Abfahrt noch extra die schweren Antipannenbänder installiert. So schaffen wir das nie vor Einbruch der Dunkelheit. 

Dulce, sieht komisch aus, ist aber lecker

Die ersten 1000 KM!!!!


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14.06 Vicuña Mackenna - Villa Mercedes 119 km
Standortkoordinaten: S33.64671,W065.44906

Wir machen uns heute nach dem "üppigen" Frühstück bestehend aus Kaffee und Gebäck um 8.15 Uhr auf den Weg. Noch schnell ein Foto vom Hospedaje gemacht und schon können wir los, dachten wir. Direkt neben uns ist ein Taxistand und die Taxifahrer kommen alle und möchten mit auf das Bild und damit auf die deutsche Webseite. Noch schnell ein Buen Viaje y muchas suerte und dann können wir los. Eigentlich soll die Fahrt nur bis in das Dorf Justo Daract gehen, aber da wir bereits mittags ankommen und keine geeignete Unterkunft finden, entscheiden wir uns bis in die Stadt Villa Mercedes zu radeln, die wir nach 119 km erreichen.




13.06. General Levalle - Vicuña Mackenna 54 km
Standortkoordinaten: S33.91754,W064.39114

54 km Ruta 7, dann in der kleinen Hospedaje San Juan untergekommen. Wir gönnen uns heute einen halben Tag Ruhe.

Donnerstag, 13. Juni 2013

12.06. Laboulaye - General Levalle 60 km
Standortkoordinaten: S34.00656, W063.92738

Zwei mal Hupen eines Lastwagens bedeutet: "Moin, Moin! Schön das Ihr da seid - und endlich passiert mal etwas auf meiner täglichen Route zwischen Buenos Aires und Santiago de Chile!" 

Die Sonne scheint, 25 Grad Celsius, Windstille - perfekt! Wir spulen die Kilometer nur so herunter. Es gibt sogar fast wieder einen Seitenstreifen. Zumindest in Zukunft, denn an diesem wird gerade gebaut. Plattgewalzt ist schon alles. Fehlt nur noch die Teerdecke. 

Schleswig Holstein, das Land der Horizonte. Ach ne, wir sind ja in Argentinien. Wir fahren durch die Pampa. Kein Scherz, das Gebiet heißt wirklich so. Sieht so aus wie Schleswig Holstein, ist aber wohl so groß wie ganz Deutschland. Plattes Agrarland soweit das Auge reicht. 



11.06. Rufino - Laboulaye 68 km
Standortkoordinaten: S34.13242, W063.39190

8:00 Uhr, Nebel, Sichtweite unter 50 Meter, beschlagene Brillengläser, wir mit Fahrrädern ohne Licht, Seitenwind, Ruta 7. Am Horizont ein Lastwagen. Es ist immer die selbe Prozedur: Blick in den Rückspiegel. Und klar, hinter uns kommt auch ein Lastwagen. Jede Wette, dass die Lastwagen sich genau auf unserer Höhe treffen? Sie könnten sich auch 100 Meter vor uns oder 200 Meter hinter uns treffen. Es kommt wie es kommen muss: ein mal Hupen bedeutet: seht zu, das ihr von der Straße kommt, hier herrscht das Recht des stärkeren. Wir werden es heute noch hundert mal machen müssen: drei Gänge herunter schalten, und rauf auf den holperigen Grünstreifen, denn es gibt keinen Seitenstreifen. 

Die Ruta 7 ist kein Zuckerschlecken. Sie ist die Hauptverkehrsachse zwischen Buenos Aires und Santiago de Chile - und dementsprechend sind viele Lastwagen unterwegs. 


10.06. Venado Tuerto - Rufino 104 km
Standortkoordinaten: S34.26372,W062.71116

Im leichten Nebel brechen wir auf. Diesmal ohne Rückenwind und trotzdem schaffen wir heute auch die 104 km, trotz einer ungeplanten "kurzen Pause". Einen leckeren Kaffee mit frischem Kuchen gibt es an der Raststätte in dem kleinen Örtchen Amenabar, wo wir von der Wirtin herzlich begrüßt werden. Nach den obligatorischen Antworten auf die Fragen: wo kommt ihr her? Wo geht es hin? mit dem Fahrrad? Wirklich? Wieviele Kinder habt ihr? Usw, usw, wird dann die Köchin rausgeschickt, die dann noch mal die selben Fragen stellt. Kurz ein Schluck Kaffee runterspülen, dann kommt der erste Lastwagenfahrer. Nach zehn Minuten sind alle Fragen beantwortet. Der Kaffee ist inzwischen kalt, da kommt schon Linda mit ihrer Tochter. Nach 15 Minuten sind alle Fragen durch. Aber halt, Linda hat eine Freundin namens Karina die kurzerhand angerufen wird, denn Karina wohnt ein Dorf weiter und Karina spricht schließlich deutsch, denn sie war im Goethe Institut in Buenos Aires. Dann 10 Minuten später - wir werden wie beste Freunde verabschiedet - gelingt uns die Weiterfahrt nach fast einer Stunde Pause. Die Argentinier: wir haben sie schon jetzt ins Herz geschlossen. 

Sonntag, 9. Juni 2013

09.06. Venado Tuerto

Wegen Gewitter und Starkregen ist heute Zwangspause angesagt. Ein kleines Video wie es sich auf einer Autobahn mit dem Fahrrad in Südamerika fährt.