Mittwoch, 19. Juni 2013

19.6. San Martin

Auf den Schrecken benötigen wir einen Ruhetag. In der gemütlichen Hospedaje Molino la Tebaida. www.molinolatebaida.com
18.6. La Paz (Mendoza) - San Martin 108 km
Standortkoordinaten: S33.09311, W068.46188

Die Landschaft ändert sich. Fuhren wir bisher durch Weideland, fahren wir jetzt durch die Wein- und Olivenanbaugebiete von Argentinien. Und zum ersten Mal sehen wir auch am Horizont die schneebedeckten Anden auf die wir geradewegs zuradeln. Heilige -piep- sind die hoch. Und da sollen wir rüber? Im argentinischen Winter?
17.6. Balde - La Paz (Mendoza) 96 km
Standortkoordinaten: S33.45877, W06754878

Gegenwind ist, wenn du bergab in die Pedale treten musst.




16.6. San Luis - Balde 35 km
Standortkoordinaten: S33.34043, W066.62481

Ich weiss nicht, was mein Körper da neben Adrenalin und Endorphinen noch alles ausgeschüttet hat oder ob es das leckere Baguette war. Pünktlich zum Sonnenuntergang um 18:30 Uhr standen wir bei Ana vor der Tür.

Was wir nicht wussten: Ana wird morgen dreissig. Und der Plan ist, mit einigen Freunden in den Geburtstag reinzufeiern. Wir sind totmüde und möchten nur noch duschen und ins Bett fallen. Daraus wird nichts. Es gibt Asado! Das ist das berühmte argentinische Grillen. Argentinier essen spät. So wurden diverse Salate gegen 22.00 Uhr gemeinsam vorbereitet und wir aßen ab 23.00 Uhr. Beim traditionellen Asado isst man nach und nach so ziemlich alle Teile vom Rind und wenn nichts mehr geht, wird gegen 1:00 Uhr nachts noch Nachtisch gereicht. Um 3:00 Uhr fallen wir ins Bett.

Das kleine Dorf Balde hat nichts zu bieten. Nichts, außer etwas, was wie gerufen kommt: Heiße Thermalquellen. Genau das richtige für unsere beanspruchten Oberschenkel. PS: Simons Vorderrad hatte wirklich ein kleines Loch, welches aber schnell geflickt war. Wir nehmen mal an, es handelt sich um einen Ausreißer in der statistischen Normalverteilung. 

Anas 30. Geburtstag

Asado 

Thermalbad


Montag, 17. Juni 2013

15.6. Villa Mercedes - San Luis 100 km
Standortkoordinaten: S33.30873,W066.34900

Das spartanische Frühstück eingenommen und schon kann es losgehen. Das Wetter ist perfekt, heute wird es sehr warm werden. Aber bereits nach den ersten Kilometern merken wir, irgendetwas ist anders. Das Treten in die Pedale fällt uns viel schwerer als die Tage zuvor. Natürlich, warum sollten wir denn auch heute wieder Rückenwind haben. Diesmal von Beginn an von vorne und das bei 100 km Strecke für heute. Abkürzen geht nicht, da die Dörfer, die wir zwischendurch erreichen, wirklich in der Pampa liegen. So kommen wir mit sage und schreibe 9 km/h voran, ein Traum. Nach nur 10 Kilometern ist das Frühstück vom Körper verbrannt. Jetzt heißt es nachlegen mit Müsli, Haferflocken und Orangensaft. Ich schaue auf den Tacho: erst 28 Kilometer. Einige Minuten später schau ich wieder drauf: 28,2 Kilometer. Heute werde ich noch häufig auf den Tacho schauen und feststellen, dass wir nur schleichend vorankommen. 

Der Wind bläst uns unnachgiebig ins Gesicht. Simon reiht sich hinter mir ein. Als ob es bei diesem Sturm etwas bringen würde, in meinem Windschatten zu fahren. Meine Rohloff Gangschaltung zeigt den vierten Gang an. Ich kann doch nicht hundert Kilometer im vierten Gang fahren. Ich bin drauf und dran per Anhalter mitzufahren. Nach 51 Kilometern erreichen wir unsere ersten 1000 Kilometer. Kommt mir vor, als wären wir erst gestern losgefahren.

Kilometer 60 - wir sind völlig erschöpft und der Wind lässt nicht ab. Ob wir es heute noch nach San Luis schaffen? Oder müssen wir hier irgendwo am Seitenstreifen zelten? Fehlt ja nur noch eine Reifenpanne. Bei Kilometer 80 kommt endlich eine kleine Raststätte. Der Wirt sieht uns wohl unsere Erschöpfung an und weiss gleich, was wir benötigen: Energie! Die eiskalte Flasche Birnensaftschorle ist schnell geleert. Nach einigen Minuten kommt er mit zwei riesigen Baguettes aus der Küche, belegt mit Steaks, Käse, Tomaten, Salat, Spiegeleiern und was sonst noch so Kraft spendet. 

Jetzt ab schnell. Wir wollen nicht im Dunkeln ankommen. Wir müssen schließlich noch durch die Vororte einer südamerikanischen Landeshauptstadt radeln und nicht durch Blankenese. Zudem sind wir noch mit Ana von Couchsurfing verabredet, bei der wir heute übernachten wollen. 

Noch 15 km bis San Luis. Wir müssen anhalten. Simons Vorderrad verliert Luft. Das kann doch jetzt nicht wahr sein. Simon ist doch damals mit Continentalreifen 12000 km mit nur einer Panne (nach 10000 km) gefahren und wir sollen nun mit den Schwalbereifen schon nach 1000 km schon einen Plattfuß haben? Dazu haben wir doch kurz vor der Abfahrt noch extra die schweren Antipannenbänder installiert. So schaffen wir das nie vor Einbruch der Dunkelheit. 

Dulce, sieht komisch aus, ist aber lecker

Die ersten 1000 KM!!!!


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14.06 Vicuña Mackenna - Villa Mercedes 119 km
Standortkoordinaten: S33.64671,W065.44906

Wir machen uns heute nach dem "üppigen" Frühstück bestehend aus Kaffee und Gebäck um 8.15 Uhr auf den Weg. Noch schnell ein Foto vom Hospedaje gemacht und schon können wir los, dachten wir. Direkt neben uns ist ein Taxistand und die Taxifahrer kommen alle und möchten mit auf das Bild und damit auf die deutsche Webseite. Noch schnell ein Buen Viaje y muchas suerte und dann können wir los. Eigentlich soll die Fahrt nur bis in das Dorf Justo Daract gehen, aber da wir bereits mittags ankommen und keine geeignete Unterkunft finden, entscheiden wir uns bis in die Stadt Villa Mercedes zu radeln, die wir nach 119 km erreichen.




13.06. General Levalle - Vicuña Mackenna 54 km
Standortkoordinaten: S33.91754,W064.39114

54 km Ruta 7, dann in der kleinen Hospedaje San Juan untergekommen. Wir gönnen uns heute einen halben Tag Ruhe.