Donnerstag, 14. November 2013

13.11. San Lorenzo - Crucita 79 km
Standortkoordinaten: S00.86130, W080.53651

Auf und ab und auf und ab geht es den ganzen Tag über Hügel. Zwischendurch passieren wir die hässliche Hafenstadt Manta. Viel Müll, viel Verkehr, viele Abgase. Schnell weiter bis nach Crucita mit dem langen Strand. 

Holzbootbauer in Manta 

12.11. Puerto Lopéz - San Lorenzo 75 km
Standortkoordinaten: S01.07020, W080.90614

Auf geht's, Faulenzen können wir später noch. Laut unseren Recherchen soll es erst im 113 km entfernten Manta eine Unterkunft geben, das glauben wir nicht. Die Dörfer, die davor kommen sind nun auch nicht so klein. Der Weg führt uns wieder über kleine Hügel. Ein wenig kämpfen wir mit der Luft, denn wir fühlen uns mal wieder wie im Gewächshaus. Kurz vorm Mittag sind wir aus dem kleinen Dschungel wieder heraus und fahren einige Kilometer direkt an der Küste entlang. Wir sehen die kleine Insel Isla de la Plata. Diese Insel wird auch Galapagos für Arme genannt. Auch hier können Tagestouristen mit Schildkröten schnorcheln oder die Blaufußtölpel bewundern. 

Zur Mittagszeit treffen wir kurz vor Santa Rosa auf verschiedene kleine Strohhäuser, die einen Mittagstisch anbieten. Das Glück ist auf unserer Seite, denn es ist noch keine 14 Uhr und es gibt ein Almuerzo für uns. In Ecuador gibt es den Mittagstisch nur zwischen 12 Uhr und 14 Uhr. In Santa Rosa finden wir leider keine Unterkunft. Von San Lorenzo wissen wir, dass es eine Unterkunft geben soll, die von einem Skandinavier betrieben wird, aber mit 175 US-Dollar ist uns das ein wenig zu günstig..... Eine weitere Unterkunft wäre mit Matratze auf Brettern ohne Dusche. 

Nach weiterem Suchen, finden wir dann die letzte Unterkunft im Dorf. Leider ist keiner anwesend, da Nebensaison ist. Nur eine Telefonnummer ist an die Hauswand gepinselt. Ich versuche ein Telefon zu finden und diese Nummer anzurufen. Wir treffen einige Straßen weiter auf zwei Jungs und ich erkläre unsere Situation. Daraufhin zeigt einer der Jungs auf die gegenüberliegende Straßenseite auf einen älteren Herrn, der der Besitzer der kleinen Anlage sei. Wir schauen uns das Zimmer mal an. Einfach, schlicht, mit Terrasse und Blick zum Meer und wir einigen uns auf 20 Dollar. 


Buckelwal-Skelett

Montag, 11. November 2013

11.11. Puerto Lopéz
Standortkoordinaten: S01.54778, W080.80996

Für umgerechnet 10 Euro pro Person überlegen wir nicht zwei Mal und bleiben gleich noch eine Nacht. Stichwort: Sommer, Sonne, Strand, Meer, Palmen, blauer Himmel, Swimmingpool...

Another day in the office

10.11. Ayampe - Puerto Lopéz 22 km
Standortkoordinaten: S01.54778, W080.80996

Es war eine sehr ruhige Nacht ohne Lärm von Hunden, krähenden Hähnen, Auto Alarmanlagen, Musik der Nachbarn oder dem allgemeinen Straßenlärm. Wir lassen uns heute morgen genügend Zeit zum Frühstücken, denn heute wird der Tag ziemlich entspannt. Bis Puerto López sind es nur 22 km. Die letzten paar kleinen Hügel schaffen wir wohl auch noch bis zu unserem Zielort. 

Puerto Lopéz ist etwas größer und sogar mit einem Supermarkt ausgestattet. Wir probieren heute mal eine Unterkunft, die der Reiseführer empfiehlt und da Nebensaison ist, kann ich bestimmt noch den Preis herunterhandeln. Das abgelegene Hosteria Anwesen liegt am Ende des Strandabschnittes, ideal für uns. Allerdings sieht es ziemlich nobel aus. Ich versuche mein Glück trotzdem, aber scheitere kläglich. Die Besitzer sind ein schweizer-italienisches Pärchen. Wir stellen immer wieder fest, sobald die Unterkunft im Reiseführer aufgeführt ist, werden die Preise deftig erhöht, denn der Normaltourist bucht ja normalerweise im Voraus. Wir dagegen schauen auch mal links und rechts in die Nebenstraßen und 300 Meter weiter entdecken wir die kleine schnuckelige Hotelanlage Oceanic. Hier werden wir fündig: Rings um den großen Swimmingpool stehen geräumige saubere Bungalows mit Terrassen und Hängematten. Und das beste: der Pool gehört uns, denn wir sind die einzigen Gäste.
Salango Beach, kurz vor Puerto Lopéz
Blick auf Puerto Lopéz
09.11. Ayangue - Ayampe 53 km
Standortkoordinaten: S01.67846,W080.81290

Nach wenigen Kilometern erreichen wir Montañita. Eine Surferhochburg und für ecuadorianische Verhältnisse sehr touristisch. Natürlich gibt es keine Hotelketten, aber sehr viele kleine Hostels. Es scheint für die Ecuadorianer so eine Art Ballermann oder Lloret del Mar in Kleinformat zu sein. Sogar Gringos sichten wir. Schnell weiter denken wir und treten noch mal in die Pedalen. 

Auf den folgenden Kilometern haben sich viele wohlbetuchte Aussteiger niedergelassen. Erinnert uns stark an Santa Barbara in Californien. Neben der Straße stärken wir uns mit Empenadas und richtig gutem Kuchen. Denn es soll laut Aussage eines Gastes nun hoch in die Berge gehen. Genauer gesagt hätten wir fünf Anstiege bis Puerto López vor uns. Wir müssen da gleich an Peru und die 4000 Meter hohen Pässe denken und packen eilig unsere Sachen. Kurz hinter dem Dorf kommt dann die grüne Wand. Das bedeutet links und rechts der Straße undurchdringlicher Urwald und Temperaturen wie im Gewächshaus. Nach kurzer Zeit fahren wir schon die erste Strecke bergab, sehen uns an und fragen uns: das soll ein Berg gewesen sein? 

In dem nur aus einigen am Strand liegenden Bungalows bestehendem Dorf Ayampe wollen wir eigentlich nur Pause machen. Es gefällt uns aber so gut, dass wir gleich einen kleinen Bungalow am Strand mit Meerblick beziehen. Am Abend können wir vom Balkon den Surfern beim Wellenreiten zusehen.

Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt die ist schön...
Touristendorf Montañita
Strand von Ayampe

Samstag, 9. November 2013

08.11. Santa Elena - Ayangue 43 km
Standortkoordinaten: S01.98045,W080.75213

Wir schlafen heute etwas länger. Der heutige Radtag führt uns entlang der Pazifik-Küstenstraße, der sogenannten Ruta del Spondylus oder auch Ruta del Sol genannt. Diese Straße erstreckt sich auf 748 km Länge von Salinas bis Mataje kurz vor der kolumbianischen Grenze. Wir erreichen Ayangue bereits mittags. Das nette Dorf liegt direkt in einer Bucht mit mehreren kleinen Unterkünften. Wir trinken erstmal einen Kaffee und suchen anschließend nach einer Unterkunft. Wir hoffen, dass es hier nicht allzu teuer ist. 

Es ist noch keine Saison und man kann die einheimischen Touristen an einer Hand abzählen. Sieht nicht so aus, als würde sich hierher je ein Ausländer verirren. Die erste Unterkunft die wir finden ist sehr schön, mit Blick auf das Meer und Balkon mit Hängematte. Leider nicht so wirklich günstig. Die zweite Unterkunft ist mehr oder weniger eine Abstellkammer mit Kaltwasser, auch nicht das wahre. Wir schauen uns im Dorf weiter um und finden am Strand ein kleines Hostal. Vom gepflegten Innenhof gehen die Türen zu den acht einfachen Zimmern ab. Hängematten sind vor den Türen befestigt, direkter Strandzugang, die Brandung rauscht im Hintergrund, die Sonne kommt gerade heraus, was wollen wir mehr? 





07.11. Guayaquil - Santa Elena 130 km
Standortkoordinaten: S02.22742, W080.85703

Mir ist schlecht wenn ich daran denke heute aus der großen Stadt wieder herauszufahren, denn der Verkehr beim hereinfahren war schon chaotisch. Um 5 Uhr klingelt der Wecker und um 6 Uhr sitzen wir in unseren Sätteln. Die Stadt ist Gott sei Dank so früh am Morgen nur von einigen Taxifahrern und Bussen befahren. Wir fahren Richtung Küste und sind nach knapp einer Stunde raus aus Guayaquil mit ihrem Verkehrschaos und Smog. 

Meistens erwartet uns in den Vororten der großen Städte ärmere Stadteile, diesmal ist es anders. Wir treffen auf wirklich schöne Häuser und Grundstücke, die meist auch von Gittern oder Mauern umzäunt sind. Seit langem sehen wir mal wieder Rennradfahrer. Und nun wollen wir mal sehen, was das fast dreimonatige Höhentraining in den Bolivianischen- und Peruanischen Anden gebracht hat. Wir treten in die Pedale und dann überholen wir den kleinen, aus sechs Rennradfahrern und einem Begleitfahrzeug bestehenden Pulk lächelnderweise und winken den verdutzten Rennradfahrern im Überholen noch zu. Erst Simon, sie versuchen mitzuhalten, und etwas später dann ich. Erfreut sind die Herrschaften nicht. Jetzt kommen die südamerikanischen Machogene ins Spiel. Kann ja nicht angehen, dass man von einer Frau mit Stahlreiserad und schwerem Gepäck überholt wird. 

Bei Km 16 biegen wir zum  privaten Naturschutzreservat Bosque Cerroblanco ab und somit ist das Rennen beendet. Im Reservat könnten wir zelten, aber es ist gerade mal 7.30 Uhr und für uns ein wenig zu früh, um schon gleich hier Feierabend zu machen. Wir fahren daher weiter und wollen im Dorf Progreso bei KM 62 unterkommen, das sieht größer auf der Karte aus. Bereits mittags angekommen, suchen wir vergebens eine Unterkunft, es gibt keine. Das können wir fast gar nicht glauben. Man sagt uns, dass es erst in Santa Elena, 2 Stunden mit dem Auto entfernt eine Übernachtungsmöglichkeit geben soll. Auch das glauben wir nicht, es gab bis jetzt immer in kleineren Dörfern auch ein Hostal. 

Also erstmal ins nächste 20 Kilometer entfernte Olmedo zum Essen. An der Hauptstraße ist ein kleines nettes Truckerlokal in dem wir einkehren. Wir fragen den Besitzer, ob es in Olmedo eine Unterkunft gibt. Das hier ist Olmedo, ich schaue mich um und sehe 3 Häuser. Na super denke ich. Im 50 KM entfernten Santa Elena gäbe es Hotels. Bitte nicht denken wir, der erste Radtag nach vierzehn Tagen Faulenzen auf den Galapagos Inseln und dann gleich 130 Kilometer? Das kann nicht sein. Der Mittagswind hat eingesetzt, wie immer und er kommt wieder für uns von vorne und ich hab keine Lust mehr. Zelten geht nicht, alles rundherum eingezäunt. Polizeistation, Fehlanzeige. Wir radeln dann also mal los. Ich bin nur froh, dass wir so früh heute morgen gestartet sind. Nach etwas über 8 Stunden Fahrzeit haben wir tatsächlich Santa Elena erreicht. Mein Hintern schmerzt bei dieser langen Strecke das allererste Mal so richtig und wir sind einfach nur k.o. Im Hotel Cisne schlafen wir nach einer heißen Dusche schnell ein.

Energie auftanken am Obststand
Ein kleines Dorf in Ecuador, nicht Argentinien