Montag, 3. Februar 2014

01.02. El Calafate - Perito Moreno Gletscher 

Der einzige Grund die 32 Kilometer nach El Calafate zu fahren, ist der Besuch des Perito Moreno Gletschers. Ansonsten hat das 7000 Seelendorf, welches in der Hauptsaison täglich um das fünfzigfache an Touristen übertroffen wird, nichts zu bieten. 

Der Perito Moreno Gletscher ist einer der größten Ausläufer des südlichen patagonischen Inlandeises und was ihn interessant macht ist seine gute Erreichbarkeit. Mit dem Touribus werden wir 80 Kilometer weiter direkt vor die Gletscherzunge gekarrt und über Metallgitterstege und Treppen geht es in wenigen Minuten vor die bis zu 70 Meter Hohe und über 2 Kilometer Breite Gletscherwand. Kaum zu glauben, aber der Gletscher soll sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 795 Meter pro Jahr bewegen. Natürlich fallen vorne immer wieder Stücke donnernd in den vorgelagerten See ansonsten wäre er ja in ein paar Jahren schon im Atlantik angekommen. 

Den kleinen Rundweg hat man dann auch etwas nach hinten verlegt, weil immer wieder Menschen durch die beim herabfallen splitternden Eisbrocken tödlich getroffen wurden. Nach drei Stunden geht es dann im Touribus zurück. Kurzes Nickerchen während der Fahrt und wenn man die Augen öffnet ist man schon wieder in der Touristenhochburg El Calafate mit seinen Restaurants, Boutiquen, Outdoorläden und Cafés und welches doch so ganz anders ist als das gemütliche El Chaltén.


Perito Moreni Gletscher


Mal wieder gefährlich heute

31.01. Rosa Haus an der Straße - El Calafate 100 km 
Standortkoordinaten S50.33385, W072.26438

Nach 22 Kilometern das erste bewohnte Haus. Heißt für uns Wasser auftanken. Dann 165 Kilometer nach El Chaltén noch mal eine schöne Stelle zum Zelten unten an einem weiteren verlassenen Haus am Fluss. Dann die Abzweigung nach El Calafate. 32 Kilometer nach Westen. Das heißt 32 Kilometer heftigen Gegenwind. Denn der Wind kommt hier immer aus dem Westen. Wir rechnen ab hier noch mal mit 4 bis 5 Stunden bis El Calafate. Aber es kommt mal wieder anders. Der Tacho zeigt 15 km/h und das im hügeligen Gebiet. Das kann nur eines heißen: wenig Gegenwind!

Heute mal wieder windig

30.01. El Chaltén - Rosa Haus an der Straße 123 km
Standortkoordinaten: S49.89034, W072.04210

So, jetzt aber: es geht weiter. Sonne, Rückenwind, Asphalt - es geht seit Langem mal wieder durch die argentinische Pampa. Das heisst verdörrte Grassteppe bis zum Horizont. Im Rückspiegel geniessen wir aber noch mal das ganze Berg- und Gletscherpanorama, wenn auch die Gipfel in Wolken gehüllt sind. Die ersten 90 Kilometer bis zur Abzweigung fliegen wir nur so dahin.  Dann harte 21 Kilometer mit Gegen- und Seitenwind bis zum Hotel La Leona. Hier könnten wir zelten. Aber es ist noch zu früh und auch viel zu teuer. Da die Busse, die zwischen El Calafate und El Chaltén pendeln, hier eine Pause einlegen, wäre es der ideale Zeitpunkt für uns einzusteigen und dem Sturm zu entkommen. Stattdessen: Brotzeit, Wasser tanken und weiter. Und irgendwann steht dann dort mitten in der Pampa ein verlassenes Haus mit rosa Anstrich. Drinnen können wir kochen, doch schlafen wir lieber in unseren eigenem Zelt direkt am Fluss vor dem Haus.




Wir werden verfolgt

Von dort kommen wir her heute morgen
Gauchos in der argentinischen Pampa
Zelten am Fluss

Donnerstag, 30. Januar 2014

29.01. El Chaltén 

Erstens: es kommt anders. Und zweitens: als man denkt. Das zumindest trifft auf das patagonische Wetter zu. Morgens gießt es in strömen. Also noch mal umdrehen und abwarten. Als es um zehn Uhr immer noch nicht besser wird mit dem Wetter und eine lange Strecke vor uns liegt, ist ein weiterer Pausentag angesagt.



Refugio El Chaltén, unsere Herberge
28.01. El Chaltén

Der Wecker klingelt früh, denn wir wollen eigentlich weiterfahren. Das Wetter in Patagonien ändert sich aber extrem schnell und so werden wir mit blauen Himmel und Sonnenschein geweckt. Es wäre eine Sünde, wenn wir unser Vorhaben von gestern nicht heute in die Tat umsetzen sollten. Also doch den Rucksack packen und nicht die Fahrradtaschen. Es ist schön, dass wir so flexibel sind. Die beiden Französinnen hier im Refugio hatten sich gestern schon wegen des schlechten Wetters Bustickets für heute gekauft und ärgern sich beim Frühstück mächtig über den plötzlichen Wetterumschwung. 

Wir dagegen können zumindest am Vormittag bei bestem Wetter den Cerro Torre und all die anderen Granitspitzen bewundern. Für den Rückweg wählen wir den etwas längeren Weg über die Madre und Hija Lagunen und können dann zum krönenden Abschluss noch den Cerro Torre sehen. Natürlich ist dieser wie fast immer in den Wolken, aber ab und zu reissen diese auf und ermöglichen einen kurzen Blick auf den unter Bergsteigern so gefürchteten Gipfel. 

Nach 28 km und 10 Stunden erreichen wir dann etwas erschöpft unser Refugio. Wandern ist eben doch noch etwas anderes als Fahrradfahren. Aber morgen geht es ja schon wieder auf den Sattel Richtung El Calafate und dem riesigen Perito Moreno Gletscher.

Panorama Lago de los Tres



Ufo-Attacke
Cerro Torre


27.01. El Chaltén

Eigentlich wollen wir heute zu den Lagos de los Tres  wandern, aber das Wetter  ist schlecht. Dann ruhen wir uns heute nochmal richtig aus und kurieren den Muskelkater der gestrigen Wanderung aus. Man würde ja meinen, dass man nach fast 9000 Kilometern im Sattel reichlich Beinmuskeln hätte, muss dann aber doch feststellen, dass Wanderungen noch mal ganz andere Beinmuskeln beanspruchen.

26.01. El Chaltén

Ruhetag vorbei und auch mal die anderen Muskeln und Knochen bewegen. Wir wandern zur Lagune Cerro Torre, die 9 km entfernt ist. Es geht über Stock und Stein, aber dennoch human. Der Blick zur Lagune ist nicht ganz so eindrucksvoll, weil die umliegenden Berge und Gletscher von Nebel und Wolken umgeben sind. Den Rückweg treten wir im Nieselregen an und so bleibt es auch den ganzen Nachmittag. Da hilft nur noch Aufwärmen mit heißer Schokolade und selbstgebackenen Vollkornbrötchen.