Sonntag, 30. März 2014

27.03. Ilha Grande - Angra dos Reis 
Standortkoordinaten: S23.00529, W044.31385

Unsere Erkältung ist noch nicht ganz auskuriert und wir genehmigen uns lieber noch einen halben Ruhetag. Mit der langsamen Personenfähre geht es in eineinhalb Stunden ans Festland zur kleinen Hafenstadt Angra do Reis. Im Hotel Kulixi ist es angenehm kühl. 

Gegenüber befindet sich ein großer Supermarkt dessen Obsttheke wir plündern. Wie auch in Ecuador und Kolumbien ist die Auswahl an frischen tropischen Früchten groß und der Geschmack hervorragend. Kein Wunder, wächst doch um uns herum der Urwald.




Samstag, 29. März 2014

26.03. Ilha Grande


Bei strömenden Regen frühstücken wir und wir dachten, Brasiliens Sommer ist heiß und sonnig, ach ja der Herbst kehrt langsam ein. Der Regen lässt am späten Vormittag nach und mit einem Kutter ähnlichen Boot führt die 50minütige Fahrt zum Strand Pouso, einer kleinen Bucht. Von hier aus dauert der Fußmarsch zum Strand Lopes Mendes 20 Minuten. Beide Buchten sind unglaublich schön. Der Sand ist wie Mehl, so fein, dass er unter den Füßen knirscht. Ein leichtes Karibik-Gefühl kommt auf. Lopes Mendes ist dem offenen Ozean zugewandt und mit starken Wellen geprägt. Deshalb zieht es vor allem Surfer an den Strand. Leider waren die Batterien vom Fotoapparat leer und es gibt kein Beweisfoto. Um 17 Uhr nehmen wir den Kahn zurück. In die Bucht von Abrãao fährt der Kaptain ziemlich langsam, denn neben uns schwimmen zwei Herden á 5 Delphine her.



Bucht Pouso

25.03. Mangaratiba - Ilha Grande
Standortkoordinaten: S23.14134, W044.16805

Die Fährfahrt zur touristischen Insel Ilha Grande dauert 80 Minuten. Das ist die günstigste Schifffsfahrt, die wir je buchten. Nur 1,60 € zahlen wir für die Überfahrt und die Fahrräder dürfen kostenlos mit. Auf der Insel sind die Unterkünfte trotz der Nebensaison relativ teuer, aber es gibt einige Campingplätze. Die Auswahl fällt auf den Cantinho da Ilha, der familiär geführt ist. Warme Dusche, Küche, Grillplätzchen, Wifi, was will man mehr. Jedes Haus auf der Insel ist in irgendeiner Weise eine Unterkunft, ein Restaurant oder eine Agentur, die Bootsausflüge organisiert. 

Unser Nachmittagsspaziergang führt uns zum Nachbarstrand des Ortes und da kann ich nach Hause telefonieren. Eine Telefonzelle mitten am Strand und sie funktioniert.

Nach Hause telefonieren

24.03. Sepetiba - Mangaratiba 55 km
Standortkoordinaten: S22.95918, W044.04373

Da wir das Zimmer nur bis um 7.00 Uhr gemietet haben, sitzen wir bereits früh im Sattel. Der Himmel sieht wieder so aus, als müsse er sich seines Wassers entledigen aber noch ist das Glück auf unserer Seite. 

Wir durchfahren den ersten Tunnel und werden angehalten, zu gefährlich sei es und wir sollen gefälligst die Busspur nehmen erklärt uns der nette Herr von der Verkehrsbehörde. Gesagt getan. Aus dem Tunnel heraus höre und sehe ich hinter uns Blaulicht und Sirene und ich vermute, dass es nicht dass Empfangskomitee für uns ist. Ich behalte recht und der Herr von der Straßenaufsicht ist auch sehr gereizt und spricht so schnell Portugiesisch, dass ich nur noch Fahrradweg andere Seite verstehe. Nach weiteren 2 Minuten Diskussion geleitet er uns zum Fahrradweg, der 100 Meter weiter neben der Autobahn anfängt. Da versteh einer die Brasilianer und die Fahrradwege. So erreichen wir Mangaratiba auf jeden Fall sicher. 

In dem kleinen Fischerdörfchen gibt es etwas mehr Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten, denn von hier fährt täglich um 8 Uhr die Fähre zur Ilha Grande. Es ist erst 11.30 Uhr und wir können den Tag genießen. Bei der günstigen Unterkunft, die ich ausgesucht habe war ich leider ein wenig zu voreilig und schnell, denn sauber sind heute nur meine Füße. 

Brasilianer sind Raser

Mangaratiba 

Donnerstag, 27. März 2014

23.03.Rio de Janeiro - Sepetiba 68 km
Standortkoordinaten: S22.98241, W043.69775

Um drei Uhr Nachts kommen die letzten Partygänger lärmend die Treppe hinauf. Die Musik der Bar vor der Tür spielt noch bis fünf Uhr morgens. Wir haben uns auf das Schlimmste eingestellt und wurden doch positiv überrascht. Nichts von dem passiert und wir schlafen äußerst ruhig. 

Während des Frühstücks fängt es an zu regnen. Nicht so ein normaler Regen, nein, sondern der von der tropischen Sorte. Der bei dem du schon bis auf die Unterhose nass bist wenn du dir gerade die Regenjacke anziehen willst. Also noch ein Sandwich in den Sandwichmaker legen. Die Maschine ist ein Segen bei dem Toastbrot welches es hier zum Frühstück gibt. Das ist die Sorte von möchtegern Vollkornt-Toastbrot, die du mit etwas Wasser vermengst zu einem Ball formen kannst der noch die WM überstehen würde. Immerhin gibt es hier in Brasilien wohl so eine Art Frühstück. In Argentinien wurden ja eine Tasse Kaffe und drei Kekse als Frühstück serviert.


Nochmal kurz den Reiseführer lesen. „Besonders an Wochenenden, wenn die Einheimischen nicht am Strand sind, sind Copacabana und Ipanema zu meiden. Wertsachen haben am Strand nichts, aber rein garnichts zu suchen." Auch das Auswärtige Amt warnt vor Rio. Gewalt, Überfälle und täglich liefert sich die Polizei mit den Drogendealern in den Favelas wüste Schlachten. Letzte Woche sind dabei vier Polizisten gestorben. Also alles in allem ein ideales Terrain zum Fahrradfahren. 

Aber es gibt auch positives. Fahrradwege zum Beispiel. Wobei das Konzept oftmals nicht ganz zu Ende gedacht wurde. Enden doch viele Fahrradwege einfach an einem Poller, in einer Sackgasse oder an unüberwindlichen Bordsteinkanten. Dabei bevölkern auch die Fußgänger gerne die Fahrradwege und lassen sich auch durch Klingeln nicht von diesen verscheuchen. Zu ungewohnt ist wohl der Klang einer Fahrradklingel. Und manch Einwohner Rios wird sich schon gefragt haben: Warum sind Teile des Fußweges rot gestrichen und mit solchen merkwürdigen weißen Fahrradsymbolen gekennzeichnet?


Der Regen verflüchtigt sich und wir machen uns mit unseren vollgepackten Rädern auf den Weg zur Copacabana. Nebenbei: es ist Sonntag. Schon nach zehn Minuten sind wir dort und genießen mit hunderten Spaziergängern, Joggern und Fahrradfahrern den Blick in die weltberühmte Bucht. Übrigens: fast alles Einheimische, wie es scheint. 

Entlang der ellenlangen Strandpromenade machen wir noch einige Fotos. Das zum Thema Wertsachen im Hotelsafe lassen. Dann Ipanema - fast noch schöner. Und ewig geht der Fahrradweg weiter bis, ja bis er plötzlich im Nichts endet. Nun folgt die verkehrsreiche Avenida Niemeyer zum nächsten Strand, wunderschön, Namen vergessen. Dort auch wieder Fahrradweg - endet dann einige Kilometer weiter wieder im Nichts, also am nächsten Berg. Stück zurück, vierspurige Straße überqueren, die Autos fahren hier wie die Henker und in die nächste Bucht. So geht es dann von Bucht zu Bucht. Eine schöner als die andere bis wir in Sepetiba landen. 

Da Sonntag ist, ist hier der Hund begraben und da kein einziges Geschäft geöffnet hat, gönnen wir uns den Luxus Essen zu gehen. Nach 67 Kilometern ist Sepetiba die erste Stadt an einem Strandabschnitt die irgendwie vom Tourismus verschont wurde. Dementsprechend schwierig gestaltet sich die Suche nach einer geeigneten Unterkunft. Irgendwann finden wird dann das einzige Hotel in der Stadt - es wird nach Stunden bezahlt. 



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Ipanema
Und wieder ein Strand
Einer der zahlreichen schönen Strände 


Sonntag, 23. März 2014

22.03. Rio de Janeiro 
Standortkoordinaten: S22.95491, W043.18590

Das zweite Wahrzeichen von Rio will auch noch besucht werden. Der Cristo Redentor (Christus der Erlöser). Mit dem Massenstrom der Touristen gelangen wir mit der Zahnradbahn auf den 710 m hohen Corcovado Berg, der im kleinen Nationalpark gelegen ist. Nach einer 20-minütigen Fahrt erreichen wir den Gipfel und die Aussicht auf Rio ist noch schöner. Nachmittags baden wir am Strand von Copacabana.




21.03. Rio de Janeiro
Standortkoordinaten: S22.95491, W043.18590

Rio de Janeiro ist die zweitgrößte Stadt Brasiliens und seit 1960 nicht mehr Hauptstadt. Von den nördlichen Bezirken sollte man sich als Tourist fernhalten, denn die armen Stadtviertel sind nicht gerade auf Touristen eingestellt. Auch kurz vor der WM 2014 sind Proteste gewalttätiger Art keine Seltenheit in der Millionenmetropole, erst gestern Nacht gab es wieder Ausschreitungen, die wir Gott sei Dank nicht mitbekamen. Das hält uns trotzdem nicht ab, Rio in den südlichen Bezirken zu erkunden. Die Kamera lassen wir trotzdem vorsichtshalber zu Hause, man weiß nie. 

Den weißen Strand von Copacabana und Ipanema spüren wir unter unseren Füßen. Eigentlich wollen wie baden, nur sind die Wellen so extrem hoch, dass wir es beim anschauen belassen. So mancher Surfer würde sich hier gerne in die Fluten stürzen. Was wäre Rio ohne den Besuch des berühmten Pao de Açúcar  (Zuckerhut)? Einen schönen Sonnenuntergang erleben wir heute nicht, denn Gewitter und Regen hat sich heute am Nachmittag breit gemacht. Mit der Seilbahn geht es in zwei Abschnitten auf den 395 m hohen Glockenberg. Von hier oben ist die Aussicht wunderbar. Am Abend sind die Strände wie im Fußballstadion hell beleuchtet.